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Willfried Althoff
Jahrgang 1971
Während eines einjährigen Aufenthaltes in der pulsierenden Metropole Seattle, USA, erwachte meine Kreativitäts-, Kontakt- und Abenteuerlust. Dieses Begehren verstärkte sich in meiner Studienzeit in Münster. Studium und zahlreiche Reisen gaben meinen „Kopfbildern“ freien Lauf. Kreative Explosionen führten zu Lyrik, Geschichten, Fotografien, Kollagen und anderen Kunstwerken. Mit meiner Diplomarbeit erweiterte ich mein Interessengebiet auf das Internet. Heute bin ich Autor verschiedener Publikationen und Webseiten.
Ich arbeite in der Berufsbildung und unterstütze dort Jugendliche, deren erfolgreicher Ausbildungsabschluss gefährdet ist.
Beim DruckFest e.V. leite ich die Schreib- und Literaturwerkstatt.
Veröffentlichungen:
• „Kopfbilder – Lyrik & Texte“, 2005, MV-Verlag Münster
• „Ein Sack voller Fäden – Anthologie des Autorenverbandes e.V.“, 2004, NOTschriften-Verlag, Radebeul, S. 44
• „Die Literarische Venus – Dorstener Lyrikpreis 2003“, 2003, HW-Verlag, Dorsten, S. 250
• „Fragil, Anthologie“, 2002, Fragil-Verlag, Bückeburg, S. 23 - 26
• „Junge Lyrik, 50 Dichterinnen und Dichter“, 1999, Martin Werhand Verlag, Melsbach, S. 29 - 36
• Lost in Cyberspace? Möglichkeiten sozialer Arbeit mit dem Internet, 2000, LIT-Verlag, Münster
• Sozial@rbeit Online, (Hrsg. Oliver Poseck) 2001 Luchterhandverlag Neuwied, S. 105 - 126
Im Feuerschein
Die gelbliche Flüssigkeit schaukelte im Glas. Ich hielt den Becher leicht schräg und der Eiswürfel rutschte in die rechte Ecke, doch ich achtete nicht wirklich darauf.
Meine Hand zitterte.
Im Kamin knisterte das Feuer.
Wir hatten seit Minuten nicht gesprochen. Starrten nur in die Flammen, sahen wie das Feuer lebte, weil das Holz verging.
Seit er den Satz gesprochen hatte stand das Schweigen zwischen uns. Es ließ uns frösteln. Keiner sagte ein Wort. Wir schwiegen uns aus und wussten nicht wie es weitergehen würde. Er war nicht mehr der Gleiche für mich und auch ich war jemand Anderes für ihn.
Wir hatten lange geredet bis er sagte, was er sagen musste.
Meine Mutter war über das Wochenende verreist und jetzt war mir klar warum. „Wir machen einen Männerabend“, hatte er gesagt. So was hatten wir noch nie gemacht.
Eigentlich wollte ich mit Freunden raus und jetzt das. Zuerst fürchtete ich das was kommen würde, aber was dann wirklich kam, verschlug mir die Sprache.
Und so schwiegen wir und tranken unseren Whiskey.
„Ich bin nicht dein Vater“, hatte er mit belegter Stimme gesagt und mich ängstlich angeschaut. Dann hatte er nichts mehr gesagt.
Nur getrunken und in die Flammen geschaut.
Ein Mann der großen Worte war er nie gewesen. Er hatte mir das Radfahren beigebracht und all die anderen Dinge. Zuletzt Wasserski. Mit ihm hatte ich Fußball gespielt, doch er war nicht mein Vater. Was war er dann?
Er drehte sich zu mir. Schaute mich fragend an. Ich erwiderte seinen Blick. Auch fragend. Nach Vertrauen suchend. Er nahm meine Hand und drückte sie kräftig. Sehr kräftig. Lächelte mir zu. Wir atmeten tief ein. Entspannten uns.
Er goss Whiskey nach. Wir stießen zusammen an und starrten wieder in die Flammen.
© Willfried Althoff
Webseiten:
www.kopfbilder.de
www.lesebilder.de
www.sommernachtsbilder.de
www.themenparty.net
www.fakebilder.net
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